Restaurierung

Landesmuseum

Trier


Für die im Jahre 2007 an­ste­hen­de Kon­stan­tin­aus­stel­lung in Trier wird das Rhei­ni­sche Lan­des­mu­se­um Trier in grö­ße­rem Um­fang um­ge­baut.


In die­sem Zu­sam­men­hang wurde die ab­ge­häng­te Decke aus der Zeit des Wie­der­auf­baus (nach 1950) in dem ehe­ma­li­gen Haupt­ein­gang ent­fernt und die dar­un­ter be­find­li­che bau­zeit­li­che In­nen­raum­aus­stat­tung und die Aus­ma­lung des Ves­ti­büls wie­der­ent­deckt.


Das im Grund­riss recht­eckig längs der Haupt­fas­sa­de ver­lau­fen­de Ves­ti­bül ist über eine mehr­stu­fi­ge Sand­s­ein­trep­pe über eine dop­pel­flü­ge­li­ge Tür zu er­rei­chen. Der Raum ist in ein gro­ßes längs­an­ge­ord­ne­tes Ton­nen­ge­öl­be und seit­li­che drei­ge­teil­te klei­ne Kup­pel­ge­wöl­be un­ter­glie­dert. Das Ton­nen­ge­wöl­be ruht auf den Längs­wän­den und wird von vier sym­me­trisch an­ge­ord­ne­ten Säu­len mit io­ni­schen Ka­pi­tel­len ge­tra­gen.


Grund­flä­che der Ein­gangs­hal­le
ca. 10,60 m x ca. 8,50 m,
Raum­hö­he bis ca. 5,50 m.


Der Raum weist neben qua­li­tät­vol­len Stuck­ar­bei­ten eine auf­wän­di­ge his­to­ri­sche Aus­ma­lung der Wand- und Ge­wöl­be­flä­chen auf. Nach der Wie­der­ent­de­ckung des Ves­ti­büls wurde un­mit­tel­bar dar­auf eine re­stau­ra­to­ri­sche Vor­un­ter­su­chen durch­ge­führt.

Der his­to­ri­sche Putz-, Stuck-, und Mal­schicht­be­stand wurde durch kon­ser­va­to­ri­sche Maß­nah­men im Som­mer 2005 vor Be­ginn der gro­ßen Bau­maß­nah­me ge­si­chert. Die zum Teil gut er­hal­te­ne Ma­ler­eifrag­men­te wur­den mit einer tem­po­rä­ren Schutz­ka­schie­rung vor Schmutz und Staub ge­schützt.


Nach­fol­gend im Herbst-Win­ter 2005 er­folg­te der Rück­bau der bau­li­chen Ver­än­de­run­gen der 1950er Jahre und die Wie­der­her­stel­lung der ur­sprüng­li­chen Raum­si­tua­ti­on.


Die Wände des Ves­ti­büls sind aus rotem lo­ka­lem Sand­stein­qua­dern er­rich­tet. Als Ver­setz­mör­tel dient ein hell­brau­ner Kalk­mör­tel.
Die Ge­wöl­be sind im Ge­gen­satz dazu mit roten Zie­geln ge­mau­ert. Als Ver­setz­mör­tel dien­te eben­falls der vor­ge­nann­te hell­brau­ne Kalk­mör­tel.
Die Säu­len und Ka­pi­tel­le sind eben­falls aus dem ho­mo­ge­nen fein­kör­ni­gen roten Sand­stein ge­ar­bei­tet.


Auf den Wand- und Ge­wöl­be­flä­chen lässt sich hell­brau­ner Kalk­mör­tel als Un­ter­putz nach­wei­sen. Für die Stuck­ap­pli­ka­tio­nen (Gurt-, Schild-, Kranz­ge­sim­se und Kon­sol­plat­ten an den Wand­flä­chen) wurde der Un­ter­putz zur Ver­bes­se­rung der me­cha­ni­schen Ver­klam­me­rung groß­flä­chig (z.T,hand­tel­ler­groß) an­ge­spitzt.


Als Un­ter­bau wur­den für die Kranz­ge­sim­se und die Grut­ge­sim­se der Kup­peln Kern­for­men aus Kalk­mör­tel (vgl. Ver­setz­mör­tel Mau­er­werk) mit einem leicht gelb­li­chen fei­nen Gips an­ge­bracht. Auf die­sen Pro­fil­ker­nen wurde dann als Vor­ort-Stuck das ei­gent­li­che Stuck­pro­fil ge­zo­gen. Ent­spre­chend dem Un­ter­bau ist diese Gips­schicht zum Teil nur we­ni­ge Mil­li­me­ter stark.


Im Be­reich von Geh­rungs­schnit­ten (Gurt- und Schild­bö­gen) wur­den die Pro­fi­le zum Teil aus rei­nem Gips her­ge­stellt. Aus vor­ge­fer­ti­gen Form­tei­len und An­trag­gips wur­den diese Geh­run­gen her­ge­stellt.


Die Ge­wöl­be ruhen auf reich pro­fi­lier­ten Kon­so­len. Durch die Um­bau­maß­nah­men in den 1950i­ger Jah­ren ist von die­sen Kon­so­len keine bis heute er­hal­ten ge­blie­ben. An­hand von Ab­drü­cken im Be­reich der Wand­flä­chen und er­hal­te­nen Ei­sen­kram­pen als Hal­te­run­gen lässt sich je­doch nach­wei­sen, dass diese Kon­so­len in ihrer Form den Kämp­f­er­plat­ten (Sand­stein) über den Ka­pi­tel­len der Säu­len ent­spre­chen. Diese Kon­so­len sind ver­mut­lich aus rei­nem Gips als Ab­guss her­ge­stellt wor­den und sind vor Ort mit den vor­ge­nann­ten Ei­sen­kram­pen in der Wand fi­xiert wor­den.


Für die Aus­füh­rung der Stuck­ar­bei­ten wur­den ins­ge­samt vier un­ter­schied­li­che Pro­fil­for­men ver­wen­det.


Im Rah­men einer öf­fent­li­chen Aus­schrei­bung durch die LBB Nie­der­las­sung Trier er­folg­te im Früh­jahr 2006 die Auf­trags­er­tei­lung zur Aus­füh­rung der vor­ge­nann­ten Stuck- und Re­stau­rie­rungs­ar­bei­ten.


Nach tech­ni­scher Ab­klä­rung der Aus­füh­rungs­ab­läu­fe ent­schie­den wir uns dazu die an­zu­fer­ti­gen­den Neu­tei­le als "Werk­statts­tuck" her­zu­stel­len. Hier­zu wur­den 30 Stück Ra­di­us­bö­gen mit einer Ab­wick­lung von ca. 4lfdm, sowie ca. 40lf­dm Stuck­pro­fi­le zur Her­stel­lung der Kranz- und Pi­las­ter­ge­sim­se an­ge­fer­tigt.


Die An­brin­gung der Stu­ck­el­e­men­te er­folg­te in der Zeit von Mai - Dez. 2006. Hier­bei wurde in ca. 2000 Ar­beits­stun­den die vor­ge­fer­tig­ten Stuck­pro­fi­le im Be­reich der Gurt- und Schild­bö­gen an­ge­bracht und ein­ge­ar­bei­tet, sowie die waa­ge­recht ver­lau­fen­den Kranz­ge­sim­se und Pi­las­ter­ka­pi­tel­le ein­ge­baut.


Die Aus­füh­rung der Ar­bei­ten er­folg­te in stän­di­ger Ab­stim­mung mit der städ­ti­schen Denk­mal­pfle­ge, sowie dem Lan­des­amt für Denk­mal­pfle­ge Mainz.


Der Raum weist neben qua­li­tät­vol­len Stuck­ar­bei­ten eine auf­wän­di­ge his­to­ri­sche Aus­ma­lung der Wand- und Ge­wöl­be­flä­chen auf. Nach der Wie­der­ent­de­ckung des Ves­ti­büls wurde un­mit­tel­bar dar­auf eine re­stau­ra­to­ri­sche Vor­un­ter­su­chen durch­ge­führt.


Der his­to­ri­sche Putz-, Stuck-, und Mal­schicht­be­stand wurde durch kon­ser­va­to­ri­sche Maß­nah­men im Som­mer 2005 vor Be­ginn der gro­ßen Bau­maß­nah­me ge­si­chert. Die zum Teil gut er­hal­te­ne Ma­ler­eifrag­men­te wur­den mit einer tem­po­rä­ren Schutz­ka­schie­rung vor Schmutz und Staub ge­schützt.


Nach­fol­gend im Herbst-Win­ter 2005 er­folg­te der Rück­bau der bau­li­chen Ver­än­de­run­gen der 1950er Jahre und die Wie­der­her­stel­lung der ur­sprüng­li­chen Raum­si­tua­ti­on.